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Die
Druckgrafik dient der mehrfachen Herstellung eines künstlerischen Erzeugnisses.
Voraussetzung ist das Speichern einer Vorlage auf einem Bildträger, der
Druckform. Die bearbeitete Druckform wird mit Druckfarbe eingefärbt und
auf Papier abgezogen. Das Motiv erscheint nach dem Druckvorgang seitenvertauscht
auf dem Blatt. Da die "Daten" der Bildvorlage im Druckstock gespeichert
sind, ist ein wiederholtes Abziehen dieser "Daten" auf Papier möglich.
Durch diesen Prozess entsteht die Auflage.
In der Originalgrafik setzt der Künstler das Medium bewusst und im Dienste
seines Schaffens ein. Eine wichtige Aufgabe der Druckgrafik war jedoch
auch die Reproduktion von Originalen (Gemälde, Zeichnung, etc). Im Rahmen
einer Arbeitsteilung erstellten Holzschneider oder Stecher diese Reproduktionen
nach den Bildvorlagen der Künstler. Vor der Erfindung der Fotografie dienten
diese Blätter während Jahrhunderten der visuellen Verbreitung von Kunst.
Aus dieser Aufgabe resultierten technische Entwicklungen zur Imitation
von "Originaltechniken" wie beispielsweise der Kreidezeichnung, Lavierung
oder Malerei. Infolge dieser Doppelfunktion der Grafik wurde für die Originalgrafik
folgende Kriterien definiert: Handschriftliche Bezeichnung des Künstlers
am unteren Blattrand zu Seriennummer, Gesamtauflage sowie seine Signatur.
Hiermit bestätigt er seine Autorenschaft bezüglich Entwurf und Bearbeitung
der Druckplatte. Den Druckprozess muss er mindestens überwacht haben.
Die drei Hauptverfahren: 1.) Der Hochdruck: z.B. Holz- und Linolschnitt.
Das Prinzip des Stempels. Die Druckform wird manuell mit Stichel
oder Hohleisen
bearbeitet. Das Sujet bleibt als Grat im Druckstock stehen (Schwarzlinienschnitt)
oder wird wie eine Gravur in den Holzstock eingeschnitten (Weisslinienschnitt)
2.) Der Tiefdruck: Kupferstich, Radierung, Kaltnadelradierung. Die Bildelemente
liegen als Vertiefungen im Druckstock. Sie werden mechanisch oder mit
Hilfe eines Ätzverfahrens chemisch in die Platte gearbeitet. 3.) Der Flachdruck:
Lithographie. Die Druckform weist keine für das Druckverfahren ausschlaggebende
Höhenunterschiede auf. Das Verfahren beruht auf der gegenseitigen Abstossung
von Fett (Farbe) und Wasser. Der Bildträger ist ein Lithographenstein
oder eine Platte. Die Bearbeitung erfolgt ohne technische Werkzeuge wie
Stichel etc., also ohne Überwindung eines
Materialwiderstandes. |