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Die
Malerei kannte immer schon die Möglichkeit, jeden Punkt des Bildes einzeln,
unmittelbar und wiederholt zu bearbeiten. Darin steht sie der freien Definition
der Pixel nahe. Die konsequente Weiterführung des Impressionismus zum
Pointillismus ist dafür das bekannteste Beispiel. Camille Pissarro und
Georges Seurat haben das gemalte Bild in einzelne Farbpunkte aufgelöst.
Im Unterschied zu der Aneinanderreihung elektronischer
Bildpunkte, die ausschliesslich nebeneinander auf dem Bildschirm angeordnet
sind, können sich Punkte und Striche in der Malerei allerdings auch überlagern.
Eine besondere Form der umfassenden malerischen Bearbeitung der Bildfläche hat Paul Cézanne (1839 - 1906) entwickelt. Seine Landschaften, Stillleben und Porträts sind aus einzelnen Strichen aufgebaut, aus parallelen Farbkommatas, die sich zu bewegten Farb-Texturen verbinden, ohne den dargestellten Gegenständen eine feste Kontur zu verleihen. Auch "Château de Marines" (1888 - 1890) ist in dieser Gewebestruktur aufgebaut. Zugleich erscheint das Schloss im Zentrum des Bildes jedoch in einer überraschenden Übernähe und in einer Dimension, als wäre es eingesetzt, wie bei einer Collage eingeklebt oder elektronisch hineinmontiert worden. Obwohl eine verwandte Pinselstruktur fast das gesamte Bild überzieht, kann sich der Zusammenhang des Gemalten in autonome Teile auflösen. Hier zeigt sich die Freiheit der Malerei, in der Wahrnehmung über die rein optische Widerspiegelung hinauszugehen. |