Pixel\\Prints\\Pigmente

Die Kunst der Künste

Grosse Kunst hat etwas Triviales

Der Philosoph und Schriftsteller Rüdiger Safranski schrieb eine nennenswerte Goethebiografie. Er gab in einem Interview Guido Kalberer Antworten über Fragen zu dem Universalgenie und Lebenskünstler Goethe. Safranskis anspruchsvolle Biografie hat den Titel „Goethe – Kunstwerk des Lebens“.

Gelingendes Leben

Ein Genie schaffe wie die Natur, sagte Goethe in seinen frühen Jahren über seine Ästhetik. So stellt sich auch die Frage, ob das Leben ein Kunstwerk sein kann. Goethe unterschied es jedoch, Werke zu schaffen und das Leben zu gestalten. Leben bestand für ihn aus Schicksal und Kontingenz. Goethe ging es auch darum, sich selbst zu formen. Safranski betont, dass Goethe zeigte, was gelingendes Leben sein kann.

Liebe zum Leben und Inspiration

Goethe erlebte keine Abgründe, obwohl er „Werther“ schrieb und er war selber keine tragische Figur. Gefühle der Haltlosigkeit und Entleerung hatte er unter Kontrolle. Er hatte dabei ganz einfach auch Glück. Als Goethe einmal sein poetisch-künstlerisches Leben gefährdet sah, flüchtete er von Weimar nach Italien. Safranski findet grossartige Züge an Goethe. Leicht und inspiriert gelang ihm das Schreiben. Ihn trug dabei die Liebe zur Realität und zum Leben. Er besass die Fähigkeit, Energie zu bündeln, und immer völlig präsent zu sein. Das war sein Lebensprinzip.

Goethe als Immunologe

Goethe hatte auch das Glück sozusagen über ein kulturelles Immunsystem zu verfügen. Er integrierte Produktives in sein Leben und wollte von der Sache, mit der er sich befasste, gefördert werden. Er konnte sich auch in schwierigen Zeiten einfach ablenken und meditieren und Steine sammeln. Dabei beobachtete er aber gleichzeitig mit kaltem Blick das Geschehen an der Front in Kriegszeit.
Safranski nennt Goethe zwar einen großen Geist, aber keinen Intellektuellen. Goethe war genialisch traumwandlerisch sicher. Er erkannte die guten Momente. Und er erhielt sich die Möglichkeit auszuweichen und für den Herzog zu arbeiten, wenn die Inspiration und Kreativität gerade fehlte. Von seinen Eltern gefördert hatte er auch nie Selbstzweifel und kannte keine Zerrissenheit. Er war erfüllt von Selbstliebe. Safranski ist sich sicher, dass Goethe auch in Zukunft Weltliteratur bleiben wird wie zum Beispiel Shakespeare, Cervantes oder Dante.

Bildquelle: germanhistorydocs.ghi

Comments are currently closed.